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Franzi’s Travel Diary

Monday, 14 May 2007

Location: Pauatahanui, New Zealand

MapVon Halblingen, Putzteufeln und anderen Meerestieren

Neulich wurde ich gefragt, ob ich mich in der Zeit, in der nun hier bin, veraendert habe. Die Frage kann ich ganz klar mit "Ja" beantworten. Ich kann jetzt nicht nur kochen und Pflanzen beschuetzen, in der letzten Woche habe ich noch eine weitere wertvolle Lektion aus dem grossen Buch des Lebens gelernt:

Dass sich Zeitungen hervorragend zum Fensterputzen eignen.

Wie ich diese Weisheit erlangt habe?
Glaubt es oder lasst es, aber seit einer Woche verdiene ich mir meinen Lebensunterhalt mit putzen. Ich wwoofe wieder mal, doch anstatt Pflanzenfluesterer zu spielen bin ich gerade wohl eher "Die mit dem Mop tanzt". Ich bin selber noch ganz erschrocken.
Dennoch habe ich jetzt 28 stolze Wochenstunden Hausreinigung hinter mir (vermutlich mehr, als in meinem bisherigem Leben ) und kein Ende ist in Sicht. Es ist nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hab, aber schlimm genug. Zu meinen heraufordernden Aufgaben gehoeren Krimskrams abstauben, Saugen, Wischen, spuehlen, Krimskrams abstauben, Waesche waschen, Moebel durch die Gegend schleppen, Buecher sortieren, Schlafzimmerschraenke von Staub der letzten drei Jahre befreien und Krimskrams abstauben (Man! Diese Familie ist der absolute Wahnsinn, was das Sammeln von Porzellanfiguren angeht!). Und auch wenn es Schoeneres gibt, als anderer Leuts Klobuersten zu reinigen, muss ich doch sagen, dass es mir hier echt gut gefaelllt und ich noch eine Woche drangehaengt hab. Denn: Ich bewohne mein eigenes Haus. Sechs Zimmer und keine Heizung ganz fuer mich alleine und als Kroenung ein eigenes Badezimmer mit fast immer warmen Wasser. Die ganze Huette kann man zwar gut und gerne als "rustikal" zeichnen, aber sie hat erstaunlicherweise den letzten Strum ueberstanden (etwas womit ich nicht gerechnet haette und deswegen in voller Montur geschlafen hab, um im Fall der Faelle schnell fluechten zu koennen) und auch die Opossums, die Nachts uebers Wellblechdach rennen hoere ich schon fast nicht mehr.
Ich werde diese Idylle (und das fantastische Essen, das meine Gastmutter kocht) also noch eine Woche laenger geniessen, bevor ich meine letzten vier Wochen hier unten antrete. Mal gucken, was fuer Abenteuer mich da erwarten.

In der Woche vor meiner Mutation zum lebenden Staubwedel habe ich naemlich unter anderem erfolgreich Wale besucht und ein Heidengeld dafuer ausgegeben um mir zwei Meter der schlimmsten Celloulite der Welt anzusehen (mehr sieht man naemlich von so einem Wal nicht!). Ausserdem habe ich es dann doch endlich mal geschafft, eine Herr der Ringe-Tour zu machen, habe das Auenland besucht und wurde genoetigt, Filmszenen nachzustellen. Ansonsten war die Tour aber sehr nett und informativ und ich habe ein paar schoene Fotos geschossen, die ich hochladen werde, sobald ich einen Rechner mit USB-Anschluss gefunden habe. Jetzte werde ich mich aber erstmal kopfueber in die Waschmaschiene stuerzen.

Denn wenn sie nicht gestorben ist...
die Franzi