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Christoph’s Travel Diary

Tuesday, 24 Nov 2009

Location: Hong Kong

MapHallo liebe Freunde,

während ich unterwegs war, habt ihr alle hoffentlich auch schöne Dinge gemacht! Ich werde euch jetzt mal von meinen letzten drei Wochen berichten, wurd ja mal wieder überfällig... tz tz tz.

Wo fang ich an? Erstmal mit dem Status quo hier: Letztes Mal hab ich was geschrieben von "in Flip-Flops Weihnachten feiern"... tja, zu früh gefreut! Hier ist es... entschuldigung... ARSCHkalt. Unfassbar, wie das hier so runterkühlen konnte. Ich dachte ich bin in Hong Kong? Was ist da denn los? Manche von euch werden jetzt sagen: Ja, um die 10 Grad, das ist doch nicht kalt! Aber das ist hier irgendwie so ne unangenehme Kälte. Naja, ist ja auch wieder auf dem Weg der Besserung, die nächsten Tage sinds dann doch wieder 25 Grad.

Wo war ich? Achja, Japan! Sechs Tage Japan und ich kann sagen, dass das wirklich ein unvergessliches Erlebnis war. Die Fotos dazu hab ich ja schon vor Tagen hochgeladen. Angefangen hat es mit einem Flug mit Air China über Beijing nach Tokio. Air China, ist zwar billig, aber das Essen an Bord ist einfach nur ungenießbar. Bin ja nicht pingelig, was Essen an geht, aber der Unterschied zwischen Pork und Duck war nicht zu erkennen... :)
Mit Verspätung nach ca. 6 oder 7 Stunden in Tokio angekommen und erstmal ab ins Hostel, war nämlich schon spät am Abend. Der Weg zum Hostel war nicht ganz einfach, denn Tokio ist halt keine kleine Stadt und bis man den U-Bahn Plan mal gerafft hat, kann schon ne halbe Stunde vergehen! Im Hostel dann auch die ersten Erfahrungen mit japanischem Lebensstil: Ausnahmslos jede Tür (und damit meine ich JEDE) ist eine Schiebetür. Klingt erstmal komisch, aber ich hab in Japan keine einzige Türklinke gesehen. Hätt nicht gedacht, dass einem so etwas so stark auffällt.
Wie auch immer, in Japan fallen einem viele Dinge komisch auf ;) Das ist wirklich eine eigene Art von Mensch, die dort auf der Insel lebt. Den ersten Tag in Tokio haben wir dazu genutzt, um uns Asakusa anzuschauen, dort steht ein ganz großer Tempel mit der berühmten roten Laterne und dort kann man ein wenig vom alten Tokio sehen und erleben. Abends ging es dann zum Bahnhof, denn wir sind mit dem Shinkansen Nozomi (oder auch Bullet Train) nach Kyoto gefahren! Ganz schön teuer, aber gelohnt hat es sich allemal. War mal der schnellste Zug der Welt, ist aber leider nicht mehr so. War trotzdem ein Erlebnis und die 500km bis nach Kyoto waren dann in 2 Stunden und 15 Minuten auch schon erledigt.

In Kyoto angekommen ging es dann direkt zum Hostel. Und das Hostel, das wir uns ausgesucht hatten, war eine gute Wahl. Wenn nicht sogar das beste Hostel meines Lebens. Wir hatten gemeinsam ein Zimmer im japanischen Stil. D.h. keine Betten, sondern der ganze Raum komplett ohne Möbel und der Boden mit Tatami-Matten ausgelegt. Ja, und wo jetzt schlafen? Auf dem Boden! Aber trotzdem unfassbar gemütlich, ich weiß nicht wie diese Japaner das machen, die sitzen ja auch zum Essen auf dem Boden. Das ganze Hostel komplett neu, die beste Dusche seit Monaten und das Frühstück.... unfassbar gut. Sogar mit gutem Graubrot. Aber was war nochmal am Abend vorher? Achja: Sake-Bar! Wir wollten nach unserem Einzug ins Hostel nur ne Kleinigkeit trinken gehen, um den Abend ausklingen zu lassen. Direkt beim Hostel haben wir dann diese kleine Sake-Bar gefunden. Das war eine Bar, in der ungelogen nur vier Gäste Platz haben. Wir waren exakt vier. Mussten die Besitzerin, die eigentlich schon geschlossen hatte, nur kurz davon überzeugen, dass sie die Bar wieder für uns aufmachen soll. Und es hat sich gelohnt, denn dort gab es sehr guten echten japanischen Sake und kostenlos japanische Snacks dazu :)
Jetzt aber zu Kyoto an sich: Eine wunderschöne Stadt. Wir hatten Glück mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein, und genau einen Tag Zeit, um die Stadt zu erkunden. Also früh aufgestanden, trotz Sake-Schädel, und dann haben wir in Kyoto die schönsten Gärten und Tempel gesehen, die man sich vorstellen kann. Wirklich einsame Spitze, ich bin heute noch ganz platt von den wunderschönen und tollen Sehenswürdigkeiten. Also wenn jemand von euch die Gelegenheit nach Asien zu gehen: Schaut euch Japan an. Und wenn ihr in Japan seid: Ab nach Kyoto! Wir haben viel gesehen und auch ganz toll gegessen. Abends waren wir dann im Geisha-Viertel, haben aber leider keine sehen können. Gibt wohl auch nicht mehr so viele, dafür gibt es umso mehr Touristen, die sich einen Kimono ausleihen und damit abends durch die Straßen gehen. Unfassbar tolle Atmosphäre abends in Kyoto! Nach einem warmen Glüh-Sake in einer Dachterassen-Bar ging es dann wieder zurück nach Tokio. In einem Übernacht-Bus. Leicht ungemütlich und über sieben Stunden, aber deutlich billiger und eine Nacht im Hostel gespart! ;)

Zurück in Tokio hatten wir dann ganze drei Tage, um uns die Stadt anzuschauen. Und die Tage haben wir genutzt, mit einem Affentempo haben wir wirklich alles Sehenswerte abgegrast. Waren zwar jeden Abend kaputt, aber dafür haben wir supertolle Sachen gesehen! Und Tokio ist eine Attraktion an sich, Männer im Anzug, Frauen in hochhackigen Schuhen und Jugendliche superverrückt oder im Gothic-Manga-Style. So würde sich bei uns keiner trauen rumzulaufen. Und Schulmädchen. Generell ist das ganze Land wirklich comicverrückt, überall gibt es riesige Manga-Läden. Und Porno-Manga-Läden. Und die Jugendlichen in Tokio ziehen sich dann einfach so an, wie die gezeichneten Figuren.
Das Hostel war auch der Knaller, hatte ein sogenanntes Capsule-Bett (oder Kapsel-Bett). D.h. eine Holzkiste mit Matratze. Mehr nicht. Schlafen im 26-Bett-Zimmer und jeder hat seine eigene kleine Box, in der man nicht mehr tun kann, als liegen. Hat aber auch was für sich, zumindest bringt man so viele Menschen platzsparend unter ;)
Was es in Tokio auch gibt: Menschen. So viele Menschen. Und alle auf einem Haufen. U-Bahn fahren ist zum Beispiel in Shibuya eine echte Attraktion. Oder über die berühmte Shibuya Crossing gehen. Aber es gibt so viele schöne Orte in Tokio und generell ist alles sauber, aufgeräumt und trotz der vielen Menschen strahlt die Stadt durch die vielen Tempel und Parks auch eine gewisse Ruhe aus. Wirklich cool. Bin immer noch beeindruckt, merkt man vielleicht beim lesen ;)

Leider hieß es dann auch wieder Abschied nehmen und mit der bescheidenen Air China ging es dann wieder zurück nach Hong Kong. Und hier war dann nach dem ganzen Rumgereise wieder studieren angesagt! Aber auch unterhaltsame Dinge standen auf dem Programm: Mein lieber großer Bruder Stefan war zu Besuch mit zwei Freunden (Benni und Andreas) und wir hatten wirklich eine Menge Spaß zusammen! Weggehen in Lan Kwai Fong, scharfes Essen im traditionellen chinesischen Restaurant, Tagestrip nach Macau, Karnevalsparty in der Uni-Bar, Fliegerbar in Wan Chai und und und... War dann auch wieder traurig (aber auch ganz schön im A***h), als die Herren wieder abreisen mussten. Aber eine Nacht im 5-Sterne-Hotel war der krönende Abschluss, definitiv besser als mein Bett hier in Hall 1.

Nach mehreren Tagen Erholung von Stefans Besuch und dem Japan-Trip ging es dann aber wirklich ans Studieren. Die zwei Wochen danach ist wirklich nicht viel passiert, außer ein paar netten Abenden: Zum Beispiel ein echtes amerikanisches Thanksgiving-Dinner. Mit Turkey, mashed potatoes und gravy (ganz lecker, dazu eine Erdinger Weisse ;)) oder ein echt britisches Abendessen mit Roast Beef und Yorkshire Pudding.

Nun aber zur letzten Woche, denn das war wirklich ein Höhepunkt meines ganzen Aufenthaltes hier an der HKUST! Ich hatte nicht nur meine letzten beiden Prüfungen im Chinesisch-Sprachkurs (liefen ganz gut, denke ich), sondern die "Happy Corners" gaben ihre letzten Konzerte. Das ganze Wochenende wurde hart geprobt, um eine tolle Show zu bieten und insgesamt haben wir letzte Woche drei Konzerte gespielt! Zwei davon an einem Abend, nämlich dienstag. Erst haben wir auf der Hall 2 Pub Nite die Studenten hier mit unserer Show beglückt, danach haben wir unsere Sachen gepackt und sind direkt nach Wan Chai in die "Rockschool" gefahren. Ich glaube über die "Rockschool" habe ich schonmal geschrieben, das ist eine Rockbar, in der es jeden Abend Live-Musik gibt! Mit dem Besitzer hatten wir ausgemacht, dass wir dienstags eine Show zur Probe abends spielen könnten und dann eine große Show donnerstags. Also haben wir dann Dienstag Nacht vor leerem Club unser Set gespielt und gerockt! :) Zwei Konzerte an einem Abend, das schlaucht ganz schön. Aber dann kam der Donnerstag Abend und das war die Krönung. Wir waren so gut vorbereitet wie noch nie, hatten einen Haufen Überraschungen vorbereitet (zum Beispiel den Rapper Eric als Gaststar für einen Linkin Park Song) und alle Austauschstudenten eingeladen. Das sollte das letzte "Happy Corners" Konzert aller Zeiten werden. Und damit natürlich auch das Beste! ;)

Und es wurde das beste Konzert hier in Hong Kong! Der Club war so gut gefüllt, dass uns der Besitzer der Rockschool nicht glauben wollte, dass das alles unsere Freunde sind. Ich glaube wir haben ihm den Umsatz seines Lebens an diesem Abend beschert! Fast alle unsere Leute sind auch erschienen, waren dazu noch relativ gut angetrunken von einer Party vorher und wir hatten eine unfassbar gute Stimmung während unserem Konzert! Haben über 45 Minuten gespielt und Klassiker von Born to be wild, über Brown Sugar, Black Night und Don't fear the Reaper geschmettert! Ein unvergesslicher Abend! Und dann auch noch Freigetränke für die Band, deshalb ging es nach dem Konzert noch längst nicht nach Hause. Ich hoffe ich kann euch bald Fotos und Videos präsentieren!

Ja, eine wirklich aufregende Zeit bisher! Und leider ist es in zwei Wochen auch wieder vorbei mit Hong Kong... ich würde gerne länger bleiben, aber auf der anderen Seite freue ich mich auch schon riesig auf Weihnachten! Habe ein Paket von zu Hause erhalten mit selbstgebackenen Weihnachtskeksen und Rubbellosen als kleinen Adventskalender, damit steigt die Vorfreude auf Weihnachten schon ins Unermessliche! Auch wenn es hier irgendwie nicht so weihnachtlich ist, macht wohl das Klima.
Ich werde auf jeden Fall den Rest der Zeit hier mit meinen neu gewonnenen Freunden so gut es geht nutzen, denn bald heißt es schon wieder Abschied nehmen von Hong Kong.

Bis das soweit ist, kriegt ihr auch wieder einen Musiktipp, in Erinnerung an die Happy Corners: The Rolling Stones - Brown Sugar http://www.youtube.com/watch?v=Rx07A9LWBJA

Bis bald schon, frohe Adventszeit!
Euer Rock 'n' Roll Chris