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JuMaMaJa’s Travel Diary

Sunday, 13 Oct 2019

Location: Flinders Ranges, Australia

Map16. Tag
Port Augusta-Wilpena Pound Ikara NP
Wir essen ein schnelles Frühstück, es gibt „leckeres“ weiches Toast ungetoastet.
Wir fahren zum Visitorcenter in Port Augusta, um uns auf die Flinders Ranges vorzubereiten. Die Informationen sind nur spärlich, aber wir machen die interaktive Tour „Tunnel of Times“ durch das Museum im Center. Einfach nur toll gemacht. Natürlich können die Jungs nicht alles verstehen, aber wir bemühen uns ihnen ein paar spannende Details näher zu bringen. Einige Bilder, Videos und Ausstellungstücke sprechen für sich. Thematisiet werden die Entstehung der Landschaft, die Natur, die Veränderungen, aber auch um die Pioniere und die Entwicklungen in Australiens Outback.
Wir fahren die ca 160 km bis in den Nationalpark. Unterwegs fahren wir durch Dörfer Quorn und Hawker, die Landschaft wird karger - wir sind im Outback. Und schon haben wir wieder gefühlt 1 Mio. Probleme. Wir hatten sie fast vergessen - Outback-Fliegen. Fliegen, die auch nur überleben wollen und um alles umher schwirren und letztendich landen, was feucht ist. Augen, Nasen(löcher) und Ohrmuscheln. Ätzend. Unsere Schrittzähler am Handgelenk erreichen schon nach kurzer Zeit die täglich angepeilten 10.000 Schritte, da wir mit unseren Armen regelmäßig um uns herumwedeln müssen. Naja... so ist es halt. Wir halten nur zum Tanken und auf einen Kaffee und ab und zu für einem Fotostopp. Emus, Kängurus, Windräder, Landschaft, die Ruinen der Siedlung Kanyakas (der gescheiterete Versuch einer Farm in dieser unwirtschaftlichen, kargen Gegend - 1840 gabs die Fliegen übrigens auch schon). Bei den Ruinen übersieht Julia eine fette Ameisenstraße und wird sogleich „angegriffen“ - endlich wieder Leben im Dorf,...jedenfalls dem Aufschrei nach.
Es ist wieder erschreckend, wie viele Kängurus am Straßenrand liegen. Teilweise sieht man alle 20m einen Kadaver oder Knochenreste. Marco muss einmal ausweichen, da eine Echse unsere Fahrbahn quert.
Wir fahren zunächst die Rawnsley Park Station an. Diese macht aber einen recht kargen Eindruck und liegt noch vor dem eigentlichen Ntionalpark. Wir entscheiden uns erstmal den NP anzufahren und uns dort einen Überblick zu verschaffen. Im Visitorcenter buchen wir 2 Nächte einen Stellplatz mit Strom und bekommen Infomaterial ausgehändigt.
Der Platz gefällt uns deutlich besser. An einem trockenen Creek und mit vielen Bäumen um uns herum. Nach einer Durchsicht des Infomaterials merken wir, dass wir von unserem Platz aus nur kleinere und für die Kinder angemessene Wanderungen unternehmen können. Alle anderen Startpunkte zu Wanderrouten im NP sind weitgehend nur unbefestigte Straßen zu erreichen. Wir suchen uns gleich zwei mögliche Routen aus. Da wir selber kein Allrad-Fahrzeug haben, um schnell an ausblickreiche Orte zu kommen, ergeben wir uns dem Angebot des Visitor-Centers und buchen spontan noch eine 2 stündige Allrad-Tour zum heutigen Sonnenuntergang. Bis zur Abfahrt gehen wir noch eine längere Runde spazieren und sehen ein paar Kängurus, Papageien und hören den „lachenden Hans“ oder in Aboriginie „Kookaburra“. Es sind immer noch ca. 28 Grad. Für die abendliche Tour ziehen wir uns aber um, es soll schnell abkühlen sein. Wir eilen zum Treffpunkt beim Resort, man erwartet uns schon. Mit einem kleinen Allrad-Bus geht es ca 30 Minuten aus der Region um Milpena hinaus auf einen erhöhten Aussichtspunkt. Matthi hat einen riesen Spaß beim Entdecken von Kängurus in der Landschaft. Das Publikum ist sehr gemischt: Australier aus Perth und Brisbane, Dänen, Franzosen, Italiener und wir Deutschen. Wir bekommen eine Kaltgetränk und Antipasti serviert und unser Tourleiter (mit aborigener Abstammung) erzählt uns ein wenig zum NP. Es ist eine wunderschöne Stimmung zum Sonnenuntergang über der Bergkette. Die Jungs tragen Steine von A nach B, stapeln sie und haben ihrerseits viel Spaß. Der Tourleiter fährt auf dem Rückweg sehr vorsichtig und das ist auch nur gut so. Wir sehen sehr viele Kängurus an und auf der Straße. Diese Momente erklären die vielen Kadavar und werden uns weiter davon abhalten, nach Einbruch der Dämmerung zu fahren. Der Fahrer bringt uns dann noch in die Nähe unseres Campingplatzes, um uns mit den Kindern in der Dunkelheit den Rückweg zu erleichtern. Voll nett.
Die Stimmung auf dem Zeltplatz ist ebenfalls super, Lagerfeuer sind entzündet und hinter einem Zelt musiziert leise eine Gitarre mit einem Akkordeon - Melodie: „Einsamer Hirte“. Marco macht mit den Jungs noch eine Runde und kommt mit den Musikanten und deutsch-australischen Nachbarn ins Gespräch. Für ein eigenes Feuer ist es schon zu spät. Julia lüftet schon mal den Camper. Nach einem Abendsnack bei Kerzenschein lassen wir den Abend ausklingen. Morgen wollen wir einen Runde wandern...