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JuMaMaJa’s Travel Diary

Wednesday, 20 Nov 2019

Location: Waitomo, New Zealand

Map54. Tag
Wir nutzen morgens die Möglichkeit zum Duschen und ein letztes Mal Wäsche waschen im Backpacker-Hostel. Die Jungs schauen sich nochmal die Tiere auf dem Gelände an. Wir fahren nach dem Frühstück zunächst nach Te Kuiti zum Visitor-Center. Bei der Recherche am Vorabend haben wir herausbekommen, dass wir in einer ausgewiesenen Schafregion sind (Te Kuiti gilt als Hauptstadt der Schafscherer) und wir wollen herausfinden, ob wir uns das „Schafscheren“ irgendwo anschauen können. Eine Show die angeboten wird, ist schon ausgebucht. Außerdem muss sowas auch weniger tourstisch möglich sein !?
Die Dame in der Information ist super nett und erzählt uns, dass aktuell überall geschoren wird und sie ein paar Kontakte anruft. Da es heute Nacht geregnet hat, ist es etwas schwierig. Die Schafe müssen 12h trocken stehen vor dem Scheren. Sie vermittelt uns eine Möglichkeit in ihrer Nachbarschaft am nächsten Morgen. Hierzu müssten wir jedoch wieder gut eine dreiviertelstunde gen Süden fahren. Für den Fall, dass wir einen Schafstall am Straßenrand sehen und es dort nur so von Schafen wimmelt, sollen wir einfach anhalten und nachfragen, ob wir zusehen können. Sie ergänzt, dass die Schafscherer gerne ihr Handwerk zeigen bzw. ihre Kraft gerne zur Schau stellen ;-). Anschließend bekommen wir noch ein Bekleidungsgeschäft in der nächst größeren Ortschaft empfohlen. Hier decken in der Regel Einheimische ihren Bedarf.
Und so ist es auch. Der Laden ist sehr urig, voll gestapelt mit Kartons, wirkt irgendwie chaotisch. Die Besitzer sind zwei ältere Brüder (jeweils mit Cowboy-Hut), die aber sehr gut beraten und die Preise für Markenartikel und Merinokleidung „Made in NZ“ sind super. Die gekaufte Merinounterwäsche wird stilecht in Packpapier eingeschlagen.
Gegen Mittag fahren wir, nach langer Abwägung welches Tourangebot mit den Jungs Sinn macht, zur Touristenattraktion in dieser Gegend: die Waitomo Glowworm Cave. Sie ist die Bekannteste von allen Höhlen in NZ, die von massenhaft Glühwürmchen besiedelt ist. Auf unserer Tour müssen wir noch ein wenig warten und wir machen einen tollen Spaziergang in Richtung der Ruakari Caves. Kurz vor dem Ziel müssen wir umkehren, damit wir pünktlich zur Tour wieder vor Ort sind. Wir haben uns etwas verschätzt...leichter Stress, zügiges Wandern mit etwas knatschigen Kindern, Schweiß bricht aus... aber wir schaffen es noch.
In der Höhle ist das Fotografieren nicht erlaubt. Wir werden mit einer recht großen Gruppe in die Kalksandsteinhöhle geführt. Wir sehen Stalagtiten und Stalagmiten und die große Haupthöhle, „Kathedrale“ genannt. Aufgrund der guten Akustik wurden hier schon viele Konzerte abgehalten. Weil sich auf Nachfrage keiner für eine gesangliche Probe zur Verfügung stellt, singt unser Guide spontan den Refrain von „Amazing Grace“. Zum tiefer gelegenen Highlight gelangen wir dann über weitere Treppen. Nahezu im Dunkeln werden wir in kleine Boote gesetzt und durch die finstere Höhle geschippert. Kurz darauf erscheint uns die Höhlendecke wie ein voller Sternenhimmel. Tausende Glowworms, zu Deutsch Glühwürmchen. Aber eigentlich die Larven der sog. „Pilzmücke“, die durch das Licht Insekten anlocken und diese über herunterhängenden klebrigen Fäden fangen und dann verzehren. Es wirkt spektakulär, die Erfahrung ist es in jedem Fall wert!
Wir snacken im Anschluss ein Stück Browniekuchen und holen uns so etwas Energie für den kleinen Ruakari Bushwalk. Die Jungs werden mit Taschenlampen ausgestattet und haben viel Spaß beim erkunden der Spalten und Höhlen auf dem Weg. Ein wenig klettern und austoben ist dringend nötig. Wir wollen noch eine letzte Attraktion sehen...
Auf dem Weg zur „Mangapohue Natural Bridge“ kommen wir an einem Schafstall vorbei, an dem offensichtlich geschoren wurde. Marco hält spontan an und fragt, ob wir uns die Schafschur dort ansehen und ggf. vor Ort übernachten können. Die Farmerin ist sofort einverstanden und ein weiterer Helfer und Nachbar bietet an, dass wir auf seiner Farm übernachten können. Diese liegt näher an der Mangapohue Natural Bridge. Er zeigt uns den Weg zu seiner Farm und lässt die Tore für uns auf.
Wir fahren zur Natural Bridge. Ein kurzer Rundweg führt entlang eines Flusses, dieser durchfließt dann durch eine teils eingestützte Höhle. Die Reste bilden eine riesige Brücke aus Stein. Über die Felder, die hier und da mit Limestone-Brocken durchsetzt sind, laufen wir außen herum zurück zum Parkplatz. War schön, „Höhlen“ reichen aber auch für heute ;-).
Ein paar Kilometer befindet sich dann die Abfahrt zu „Kinohaku Farm“ von Warwick D. Jones. Ein geschotterter Waldweg führt einige Kilometer ins tiefe neuseeländische Hinterland. Wir denken schon wir sind falsch, da gelangen wir an ein Gatter und vor uns eröffnet sich eine Weide- und Hügellandschaft. In der Ferne erkennen wir, trohnend auf einem Hügel, ein kleines Farmhaus. Wir fahren durch das Gatter bis zum Hof. Rinder, Kälbchen, Schafe, Hunde, Hühner....alles da! Warwick begrüßt uns, er scheint sich zu freuen, dass wir seiner Einladung gefolgt sind. Logo...sowas ist auch ganz nach unserem Geschmack ;-)
Er stellt uns seine drei Hütehunde vor. Die Jungs dürfen gleich Hühnereier sammeln, den vollen Karton dürfen wir direkt behalten. Er lebt hier alleine, seine Partnerin hat sich vor einem Jahr verabschiedet. Er hat das Land vor 24 Jahren gekauft und seitdem Stück für Stück brauchbar gemacht. Bäume gefällt, Wurzeln gezogen, Unkrautbüsche entfernt, Drainagen gelegt etc.
Jetzt zählen 80 Rinder, 500 Schafe und ein paar Hühner zu seinem Bestand.
Er lädt uns ein in seinen Geländewagen ein bisschen über das Farmland zu fahren. Es geht querfeldein, ein riesen Spaß für uns alle. Er sucht und findet seinen Zögling „Marlo“, ein dreimonate altes Lämmchen, dass er mit der Flasche großgezogen hat und stellt ihn uns vor. Marlo hat ihn als seine „Mama“ angenommen und hängt an ihm. Als wir weiterfahren wollen läuft Marlo immer vor das Fahrzeug. Weiterfahrt unmöglich; also packt Warwick Marlo kurzerhand in den Kofferraum des Pickup. Er erzählt uns einiges über die Haltung der Schafe und Angus Rinder (*yummy). Er kann gut davon leben.
Zurück am Hof darf Matthias Marlo mit der Flasche füttern (eigentlich ist es schon abgewöhnt), aber er nimmt trotzdem gerne noch etwas Milch. Jakob findet in Warwicks Wohnzimmer älteres Spielzeug und überlässt Matthias das Füttern. Wir sind beeindruckt und freuen uns, dass wir nochmal mit einem „Local“ ausgiebig quatschen können. Im Camper bereiten wir dann spät ein Abendessen und gehen direkt ins Bett! Null Empfang Telefon und Internet.